Wohngruppe für sucht- und / oder psychisch erkrankte junge Erwachsene eröffnet

Im Oktober 2017 hat der SKM Bocholt eine abstinente Wohngruppe für sucht- und / oder psychisch erkrankte junge Erwachsene beiderlei Geschlechts mit 5 Plätzen eröffnet.

Ziel des Angebotes ist es, den Bewohnern einen Lebensrahmen zu bieten, der es ihnen ermöglicht einerseits die zuvor zwingend getroffene Abstinenzentscheidung  verlässlich umzusetzen, andererseits die in der Regel notwendige psychiatrisch / ärztliche Versorgung auf der Grundlage der Rahmenbedingungen des Ambulant Betreuten Wohnens sicherzustellen.

Wohngruppe für sucht- und / oder psychisch erkrankte junge Erwachsene

Die Wohngruppe richtet sich damit an Klienten, die zur Erreichung Ihrer Ziele nicht oder nicht mehr stationären Hilfebedarf haben, aber sich den umfassenden Anforderungen des Lebens noch nicht in einer eigenen Wohnung aussetzen wollen oder können.

Im Rahmen einer mehrjährigen Förderphase sollen die Bewohner befähigt werden, dauerhaft suchtmittelfrei und möglichst psychisch stabil leben zu können. Sie bekommen darüber hinaus in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter des Kreises Borken Unterstützung beim Aufbau einer beruflichen Perspektive.

Das Angebot trägt dem Gedanken Rechnung, dass v.g. Klientenkreis sich am ehesten stabilisieren wird, wenn psychiatrisch-medizinische, suchtspezifische, arbeitstherapeutische und ambulant betreuende Hilfen eng vernetzt und laufend aufeinander abgestimmt werden. Die Bewohner sollen auf dieser Grundlage realistische und für sie praktisch auch umsetzbare Lebensperspektiven entwickeln.

Der SKM bedankt sich beim Vinzens Krankenhaus Rhede, beim LWL und beim Kreis Borken für die Unterstützung beim Aufbau des Angebotes.

Zehn Jahre Männerarbeit – SKM Bocholt bietet für ein „schwieriges Klientel“ Aktivitäten und geschützten Raum zum Austausch an

BBV / Sven Betz vom 27.10.2017
Wir danken dem BBV und Sven Betz, dass wir den Bericht und das Foto hier übernehmen dürfen.

Von Theo Theissen

Bocholt. Seit zehn Jahren bietet der katholische Verein für soziale Dienste (SKM) Bocholt sogenannte Männerarbeit an. Dahinter verbirgt sich ein monatliches Treffen in einem geschützten Raum für Männer, die sich austauschen möchten, miteinander über Probleme sprechen wollen oder mit anderen Männern etwas unternehmen möchten. „Wir sind keine Selbsthilfe- oder Therapiegruppe“, betont Gustav Arnold. Der 72-Jährige ist stellvertretender SKM-Vorsitzender und betreut ehrenamtlich zusammen mit Alfons Eiting die Männerarbeit.

18 Männer besuchen zurzeit regelmäßig den themen- und personenzentrierten Männer-Gesprächskreis. Sie treffen sich zum Radfahren, Kochen oder zum Sport. Gemeinsam unternehmen sie Wochenendfahrten, engagieren sich für soziale Projekte, frühstücken zusammen oder bereiten die Bocholter Männertage vor. „Das ganze Jahr über basteln wir Dekoartikel, die wir vor dem ersten Advent für den guten Zweck verkaufen. Das nächste Mal am Samstag, 25. November 2017, an unserem Stand in der Osterstraße“, sagt Arnold.

Foto: Sven Betz

Gustav Arnold betreut die Männerarbeit beim SKM und leitet den Gesprächskreis.
Foto: Sven Betz

„Männer sind ein schwieriges Klientel. Sie reden nicht so gerne und haben eine andere Art als Frauen, Probleme zu lösen. Es ist schwer, sie zu motivieren“, sagt Arnold. Im Gesprächskreis werde in lockerer Atmosphäre über „Gott und die Welt“ geredet, fügt er hinzu. „Da geht es mal um die Arbeitsstelle, um Erziehungsprobleme oder Schwierigkeiten in der Ehe, aber auch um Politik, um das Freizeitverhalten von Kindern oder um Glaubensfragen“, sagt Arnold.

Männerarbeit gehöre klassisch zum SKM, fügt Gustav Arnold hinzu. „Die Sensibilisierung von Männern, ihre eigene Rolle in der Familie und in der Gesellschaft zu finden, und auszufüllen, ist Bestandteil der Männerarbeit.“

Am Freitag, 10. November 2017, soll das zehnjährige Bestehen der Männergruppe „Gemeinsam unterwegs“ um 19 Uhr in den Räumen der Familienbildungsstätte am Ostwall gefeiert werden. Dazu werden neben dem Sänger Stefan Passerschroer aus Rhede, dem Kölner Kabarettist Dominic Daleske und der Referentin Andreas Moorkamp vom Caritasverband Münster auch Berthold Schröder, erster Vorsitzender des SKM Bocholt, erwartet. Gustav Arnold und Andreas Böggering werden zum Thema „10 Jahre Männerarbeit in Bocholt in Bildern“ referieren.


Im nächsten Jahr möchte der SKM Bocholt seine Männerarbeit intensivieren. Zurzeit bildet er einen Mitarbeiter zu diesem Thema aus, der die Beratung von Jungen und Männern in Konfliktsituationen und die Gewaltberatung hauptamtlich übernehmen soll. Die allgemeine Männerarbeit werde weiterhin ehrenamtlich betreut, sagt der stellvertretende SKM-Vorsitzende Gustav Arnold. Es gebe bundesweit nur sieben oder acht SKM-Vereine, die sich mit Männerarbeit beschäftigen würden, weshalb dem Projekt in Bocholt eine besondere Bedeutung zukomme, fügt er hinzu.

Experte: Mehr Glücksspiel unter Berufsschülern

BBV / Sven Betz vom 19.05.2017
Wir danken dem BBV und Sven Betz, dass wir den Bericht und die Fotos hier übernehmen dürfen.

Bocholt – Am Berufskolleg Bocholt-West ging es am Donnerstag um die Glücksspielsucht. Für rund 180 Schüler gab es einen Expertenvortrag zum Thema. Der Grund: Laut Experte Dr. Tobias Hayer von der Universität Bremen würden Berufsschüler im Vergleich zu anderen Schulformen ein doppelt so hohes gefährdendes Glücksspielverhalten aufweisen.

Foto: Sven Betz, Bocholt
Freuen sich am Berufskolleg Bocholt-West über die „Glüxxit-Box“ (von links): Michael Weege, Werner Rasch, Dr. Tobias Hayer, Birgit Dormann, Christiane Wiesner, Verena Verhoeven, Roland Bürger und Jörg Vriesen.

Das vom Katholischen Verein für soziale Dienste Bocholt (SKM) organisierte Workshop-Seminar Glüxxit stieß bei den 18- bis 24-jährigen Berufsschülern und ihren Lehrern auf großes Interesse. Tobias Hayer, promovierter Psychologe, eröffnete seinen Vortrag mit einem Comic, in dem eine Toilette, ein Spielautomat und ein Haufen Geld zu sehen war. Dann stellte er klar: „Egal, wo Sie Ihr Geld hineinwerfen – der Effekt ist immer derselbe!“.

Hayer sprach über Symptome der Glücksspielsucht wie die Abstinenzverweigerung (das Verlangen, immer und überall zu wetten oder am Spielautomaten zu spielen), die ständige Geldknappheit und den Wunsch, dringend Geld beschaffen zu wollen. Oder das Gefühl, dass das Glücksspiel immer mehr zum zentralen Lebensinhalt wird. Er berichtete von dem Bedürfnis, den Spielverlusten ständig hinterherzujagen und darüber Hobbys, Schule und private Interessen immer mehr zu vernachlässigen. „Als ich die Schüler fragte, wer jemanden mit solchen Symptomen kennt, zeigten einige auf“, sagte Hayer.

Interessant seien auch die Einzelberichte der Schüler über Gewinnerlebnisse gewesen, fügte Hayer hinzu. Ein Schüler habe erzählt, dass er bei einer Sportwette 1500 Euro gewonnen habe. Eine Schülerin berichtete von einem Gewinn in Höhe von 60 Euro am Geldspielautomaten. Das Gefühl, das beide dabei gehabt haben, sei „super“, „berauschend“ und „geil“ gewesen.

„Mit einem Durchschnittsalter von 13 Jahren nehmen viele Jugendliche – übrigens mehr Jungen als Mädchen – erstmals an Glücksspielen teil“, sagt Hayer. Besonders beliebt seien in dieser Altersgruppe Würfel- und Kartenspiele sowie Rubbellose und Sportwetten, aber auch Glücksspielangebote im Internet.

Zum Abschluss erhielt das Kollegium des Berufskollegs Bocholt-West eine „Glüxxit-Box“ mit Ansichtsmaterial von mehreren Glücksspielvarianten und Informationen über Hilfsangebote zur Bekämpfung der Sucht.

Hilfsangebote für Betroffene

Wer mehr über das vom Land geförderte Präventionsprojekt „Glüxxit“ zum Thema Glücksspielsucht für Schüler von Berufskollegs erfahren möchte, erhält weitere Informationen im Internet unter gluecksspielsucht-nrw.de. Ansprechpartner im Berufskolleg Bocholt-West sind Beratungslehrer Jörg Vriesen und die Schulsozialarbeiterin Birgit Dormann. Darüber hinaus gibt es auch Beratungsmöglichkeiten beim Katholischen Verein für soziale Dienste Bocholt (SKM), der montags bis freitags unter 02871 8891 erreichbar ist.