Bereits seit dem 1. Juli 2013 geht der SKM mit der Betreuung von Menschen mit schweren Vermittlungshemmnissen neue Wege.

Die Stadt Bocholt stellt zu diesem Zweck Fördermittel für eine halbe Stelle für die Arbeit mit suchtgefährdeten, suchtmittelabhängigen bzw. sonstigen Menschen mit schweren Vermittlungshemmnissen (ALG II–Empfängern), zur Verfügung.

Ziel der Maßnahme ist es, diesen Personenkreis wieder so zu stabilisieren, dass er, wenn möglich,  sich erneut in das Erwerbsleben eingliedern kann.

Nach einer Bestandsaufnahme der Lebenssituation des Klienten geht es darum, zunächst insbesondere die vordringlichen Probleme, die eine Arbeitsaufnahme aktuell behindern, bzw. unmöglich machen, anzugehen. Hilfen zur Sicherung der Wohnung, die Kontaktanbahnung zur Schuldnerberatung, die Schaffung von Erstkontakten zur Sucht- und Drogenberatung sowie die Organisation psychiatrischer Hilfen seien hier beispielhaft genannt. Häufig impliziert die Hilfegewährung die Einbindung des sozialen Umfeldes in den Hilfeprozess.

In der Regel kann erst in einem zweiten Schritt eine Integration in den Arbeitsmarkt mit Aussicht auf Erfolg angegangen werden.

Methodisch gelingt vielfach ein Zugang zu diesem Personenkreis nur über niedrigschwellige, aufsuchende Arbeit bei einer akzeptierenden Grundhaltung des Helfersystems.

radfahrer

Ist eine tragfähige Beziehung erreicht und die individuelle Situation gemeinsam mit dem Klienten erarbeitet, können konkrete Maßnahmen für die jeweilige Problemlage gemeinsam mit dem Betroffenen umgesetzt werden. Hierzu gehören:

  • Sicherung des Wohnraums
  • Organisation von die allg. Gesundheit betreffenden Hilfen
  • Krisenintervention
  • Vermittlung in Entgiftung und Therapie
  • Ambulante Behandlung der Suchtproblematik
  • Vermittlung in Entgiftung oder Therapie
  • Hilfen bei der Freizeitgestaltung
  • Beratung in spezifischen Lebenslagen
  • Vermittlung in weiterführende Hilfen (z.B. Schuldnerberatung)
  • Erarbeitung einer Tagesstruktur in Zusammenarbeit mit der EWIBO
  • Einbeziehung des sozialen Umfeldes in die Beratung

Die konkrete Arbeit soll möglichst offen und flexibel gestaltet werden. Besonders in akuten Problemsituationen ist es sinnvoll, möglichst zeitnah zu agieren. Je nach Problemlage können Hausbesuche, aufsuchende Arbeit am Arbeitsplatz oder Beratungsgespräche in der Einrichtung angeboten werden.

Die Hilfe kann nur dann erfolgreich sein, wenn alle Beteiligten intensiv kooperieren. Der Berater übernimmt die Rolle des Coaches im Hilfesystem, er versteht sich als Helfer und Vermittler.

Ansprechpartner: Herr Seidel, Diplom Pädagoge, Telefon 02871 1052

Tätigkeitsbericht Arbeit mit suchtgefährdeten abhängigen ALG II Empfängern